Geschichte Pfarrei Baden-Ennetbaden

Am 15. August 2026 durften wir gemeinsam den Festgottesdienst zu Maria Himmelfahrt in der Stadtkirche Baden begehen. Die Feier war nicht nur ein liturgischer Festmoment, sondern auch ein Zeichen der Verbundenheit von Baden und Ennetbaden.

Der ganz besondere Höhepunkt war die Verkündigung des Dekrets zur Neuumschreibung der Pfarrei Baden-Ennetbaden durch Bischof Felix Gmür. Der Bischof hatte diesem zusammen mit dem Bischofsrat und dem diözesanen Seelsorgerat im Frühjahr 2026 zugestimmt, das Dekret ist nun per Mitte August in Kraft getreten. Die neue Pfarrei heisst «Pfarrei Maria Himmelfahrt Baden-Ennetbaden». Unsere Pfarrkirche ist die Stadtkirche Baden. Die beiden Patrozinien feiern wir am 15. August (Stadtkirche Baden) sowie am 29. September (Kirche St. Michael Ennetbaden).

Mit diesem Schritt wurde sichtbar, was bereits seit Langem gelebte Realität ist: ein fruchtbares Miteinander, das von gemeinsamer Verantwortung und vielfältigem Engagement getragen wird. Für das Wohlwollen, die Offenheit und die Unterstützung aller Pfarreiangehörigen danken wir von Herzen. Durch diesen Schritt sind wir zuversichtlich, den bereits gemeinsamen Weg in Zukunft noch klarer und entlasteter weitergehen zu können – im Vertrauen darauf, dass unser gemeinsames Leben im Glauben auch weiterhin von gegenseitigem Respekt, guter Zusammenarbeit und Gottes Segen getragen ist.


Pfarrei Maria Himmelfahrt Baden

Zur Gründung der Pfarrei Baden gibt es keine näheren Angaben. Wie eine archäologische Untersuchung ergab, datiert der Bau der ersten nachweisbaren Kirche frühestens ins 9. Jahrhundert. Es war die Zeit, als im grossen Bistum Konstanz die sogenannten Pfarrsprengel entstanden. Die Kirche war Eigentum eines weltlichen Grundherrn und der Mittelpunkt eines Pfarrsprengels, dessen Grösse mit den Grenzen des Bezirks zusammenfallen konnte.

Dem Grundherrn gehörte das Patronats- und Zehntrecht. Aus der Zeit der Kyburger stammt die erste überlieferte Jahrzeitstiftung von 1241 und eine Urkunde von 1253 des Klosters Wettingen, in welcher der Viceplebanus Albertus de Baden als Zeuge auftritt. Die Dokumente bezeugen erstmals die Existenz der Pfarrei. 1406 übertrug Herzog Friedrich von Österreich die Kirche mit allen Rechten und Nutzungen dem Zisterzienkloster Wettingen als Entschädigung für erlittene Brandschatzungen und Plünderungen während des Krieges zwischen Österreich und Zürich in den Jahren 1351 und 1352, beim Einfall der Gugler 1375 und während des Sempacher und Näfelser Krieges 1386/89. Damit flossen die Erträge aus der Pfarrpfründe an das Kloster.

Gleichzeitig verlor der Rat zu Baden seinen Einfluss bei der Wahl des Pfarrers. Die Stadt bemühte sich lange Zeit um die Loslösung von Wettingen. Mit der Errichtung des Chorherrenstifts 1624 erreichte man, sich dem Einfluss Wettingens bei der Bestellung des Pfarrers zu entziehen. Erst 1875 hob die Ortsbürgergemeinde im Zuge des Kulturkampfes und mit Einverständnis der aargauischen Regierung das Stift auf.

Das Kirchenpatrozinium

Die erste Erwähnung des Marienpatroziniums reicht ins 14. Jahrhundert zurück. Aus dem Jahr 1316 stammt das Siegel an einer Wettinger Urkunde des Badener Kilchherrn Johannes mit dem Bild der Maria mit Kind und Rosenstock. 1364 erfolgten Vergabungen zugunsten des Kirchenbaus «an der frowen bu». Das Patrozinium wird jeweils am 15. August, am Fest der Himmelfahrt und Krönung Mariens, begangen.

Ansicht Seitenaltar in der Stadtkirche Maria Himmelfahrt mit Inschrift Damian

1650 schenkte Papst Innozenz X. der Stadtkirche die Gebeine des Katakombenheiligen Damian. Seine Reliquien werden in der Predella des rechten Mittelschiff-Seitenaltars aufbewahrt. Seit dieser Übertragung ist der heilige Damian der zweite Kirchenpatron.

Ebenso wie der heilige Damian wird in Baden auch die heilige Cordula verehrt, von der sich laut Überlieferung im 17. Jahrhundert eine Darstellung in der Kirche befunden haben soll. Sie gehörte möglicherweise zum Gefolge der heiligen Ursula. Ihre Verehrung als Stadtpatronin ist bereits im 15. Jahrhundert bezeugt, als sie in den Kriegswirren der 1440er Jahre ihre Hand schützend über die Stadt hielt.

(Quelle: «Die Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt und die Sebastiankapelle in Baden», Schweizerische Kunstführer GSK, ISBN 3-85782-703-3)


Pfarrei St. Michael Ennetbaden

Einweihung Pfarrkirche St. Michael 14.08.1966

Das kirchliche Leben in Ennetbaden lässt sich weit zurückverfolgen. Ab 1419 sind sonntägliche Gottesdienste in der Kapelle «nahe der Bäder» nachweisbar, sowohl für Einheimische wie auch Kurgäste. Da die Kapelle ungünstig gelegen war, wurde sie 1667 abgerissen und in der Nähe der Schiefen Brücke ein – hauptsächlich in Freiwilligenarbeit errichteter – Neubau.

Als sich Ennetbaden 1819 politisch von Baden trennte, wurde noch keine eigene Ennetbadener Pfarrei gegründet. Ein Pfarrhelfer aus Baden betreute das kirchliche Leben in der Kapelle. Durch gefährliche Mauerrisse wären Ender der 1950er-Jahre sehr kostspielige Renovationsarbeiten nötig geworden. Da zu jener Zeit die Bevölkerung in der Region stark wuchs, hielt man es daher für besser, eine neue Kirche zu bauen und eine eigene Pfarrei zu gründen.

Im März 1963 begannen die Bauarbeiten an der Grendelstrasse nach den Bauplänen der beiden Architekten Hermann und Hans Peter Baur aus Basel. Am 14. August 1966 weihte Bischof Franziskus von Streng die neue Pfarrkirche feierlich ein. Nach heute erfreuen wir uns an diesem schlichten, modernen Gotteshaus, das insbesondere durch die wechselhaften Lichteinfälle im Altarraum besticht.

Das Kirchenpatrozinium

Die Pfarrkirche in Ennetbaden ist dem heiligen Michael geweiht. Das Patrozinium feiern wir jeweils Ende September: Papst Gelasius I. legte im Jahr 493 das Fest des heiligen Erzengels Michael und aller Engel auf den 29. September, welcher der Weihetag der Michaelskirche an der Via Salaria in Rom ist.