Am Ostermontag ist Papst Franziskus ins Haus Gottes des Vaters gekehrt. Sein irdisches Leben endet einige Stunden nachdem er noch am Ostersonntag den Segen «urbi et orbi» gespendet hat und durch die Menge der Gläubigen im Papamobil gefahren wurde.
Wir sind zutiefst traurig. Denn wir haben damit gerechnet, dass er sich erholen wird, dass er langsam auf dem Weg der Besserung war, auch wenn der letzte öffentliche Auftritt einen sehr angeschlagenen Papst vor Augen geführt hat.
Wir sind jedoch dankbar fürs immense Wirken von Franziskus. Er war unter uns als österlicher Mensch unterwegs. Der österliche Mensch ist einer, der sich nicht nur auf die Tradition beruft, auf das Immer-so-war. Der österliche Mensch bewegt sich auf Abenteuerliches hin; er öffnet den Laden für Neues und für alle. Er kennt keine Kontaktscheue. Er lässt sich auf Unkonventionelles ein. Er beharrt nicht auf Herkömmlichem. So verhalten sich die Jünger, die zum Dorf namens Emmaus unterwegs waren. Beide brachen als vertraute Kollegen dorthin auf. Plötzlich gesellt sich ein Unbekannter zu ihnen. Sie lassen es zu. Das ist gewagt. So ist der österliche Mensch. Denn er weiss, im Neuen und Unbekannten verbirgt sich der Auferstandene, der Antworten auf unsere existentiellen Fragen.
Papst Franziskus war so ein österlicher Mensch. In seiner Verkündigung und in der unmittelbaren Begegnung mit Menschen aus allen Schichten – auch und gerade mit denen, deren Lebensentwürfe nicht in allem dem kirchlich-christlichen Ideal entsprechen –, ging es Papst Franziskus stets darum, etwas von diesem Unterwegssein mit dem Auferstandenen Herrn Jesus zu vermitteln.
Wir sind und bleiben Papst Franziskus zutiefst dankbar für sein Unterwegssein als österlicher Mensch mitten unter uns und als Oberhaupt unserer Kirche. Der barmherzige Gott möge ihm seinen Dienst an seiner Kirche in reichem Maße vergelten und ihn mit der Fülle der himmlischen Freude beschenken. Wir beten für unseren verstorbenen Papst wie auch für einen guten Nachfolger auf dem Stuhl Petri.
Abbé Zacharie