Alle Religionen haben als zentrales Thema die „Erlösung“. Die einen suchen sie durch Belehrung über ein rechtes Leben und Gehorsam gegenüber göttlichen Geboten, andere durch Abkehr von der Welt und Versenkung in das Innere.
Das Christentum jedoch versteht die Erlösung als ein göttliches Drama zwischen Gott und den Menschen. Der Autor dieses Dramas ist Gott, der Vater; der Hauptdarsteller ist der menschgewordene Gottessohn; der Regisseur ist der Heilige Geist. Alle Menschen sind Mitspieler, während im Hintergrund die „Mächte und Gewalten“ dieser Welt wirken. Doch das Spiel entwickelt sich zur Tragödie, in der das ganze Unheil der Welt offenbar wird.
Palmsonntag und Karfreitag sind zwei bedeutende Szenen dieses Dramas, die die Karwoche einrahmen.
Der Palmsonntag erinnert an den feierlichen Einzug Jesu in Jerusalem. Die Menschen empfingen ihn jubelnd mit Palmzweigen, in der Hoffnung, dass er der verheissene Messias sei. Es ist ein Tag der Freude und des Feierns, aber auch ein Tag der Besinnung auf die Erwartungen und Hoffnungen, die die Menschen damals in Jesus setzten.
Der Karfreitag hingegen ist ein Tag der Trauer und des Gedenkens an das Leiden und Sterben Jesu am Kreuz. Wir Christen erinnern uns an sein Opfer und bedenken, was sein Tod für unseren Glauben und unser Leben bedeutet. Doch trotz aller Tragik bleibt Gott der Handelnde: Er wendet alles zum Guten, zum Heil. Der am Kreuz gestorbene Sohn wird von den Toten auferweckt. Alle, die sich ihm zuwenden, haben Anteil an seinem Sieg und empfangen das ewige Leben.
Diese beiden Tage laden dazu ein, sich mit den zentralen Themen des christlichen Glaubens auseinanderzusetzen: Hoffnung, Leiden, Opfer und letztlich die Auferstehung.