Das Jahr 2026 erinnert uns durch das 135. Jubiläum vom Kirchenchor Neuenhof an interessante geschichtliche Ereignisse, die fast komplett in Vergessenheit geraten sind.
Bevor Neuenhof und Killwangen dem Pfarrsprengel Wettingen einverleibt wurden, gehörten sie kirchlich zur Mutterpfarrei Dietikon.
Unsere schöne Kirche St. Josef wurde von 1886 und 1890 erbaut und am Sonntag, 18. November 1888 von Dekan G. Wengi, Domherr und Pfarrer in Unterendingen, benediziert, um sie über den Winter bereits für Gottesdienste benutzen zu können. Die Messe begann um 10 Uhr. Der Kirchenchor, selber im Werden begriffen, trug dabei die einfachen Weisen der dreistimmigen Missa in Honorem Sancti Aloysii des Schweizer Komponisten Johann Baptist Singenberger (1848-1924) vor unter der Leitung von Junglehrer Johann Meier.
Am 22. Oktober 1890 wurde die Kirche vom Bischof Leonard Haas, zuvor u. a. Pfarrer in Dietikon, eingeweiht.
Genau fünf Monate später, kurz nach seiner Gründung, sang der Kirchenchor Neuenhof zum allerersten Mal beim Patrozinium St. Josef, zelebriert vom von Pfarrer Karl Josef Bumbacher.
Es ist vielleicht noch interessant zu wissen, dass der Kirchenchor Neuenhof damals beinahe jeden Sonntag im Gottesdienst und ausserdem bei Theateraufführungen, Singspielen und Konzerten sang.
Dieses Jahr setzt unser Kirchenchor einen Akzent auf die spannende Geschichte unserer Pfarrei und erweckt die alte Verbindung mit der Pfarrei Dietikon wieder. Die Missa in Honorem St. Agathae vom Schweizer Komponisten Bernhard Hörler-Guarneri (*1968) wird beim Patrozinium St. Josef vom Kirchenchor Neuenhof mit einer Delegation des Dietiker Agios-Chors zusammen aufgeführt. Giulia Guarneri-Hörler wird den ad-hoc-Chor leiten, während der Organist und reformierte Pfarrer Wolfgang Rothfahl die Orgel spielen wird.
Mehr zur Geschichte unserer Pfarrei ist u. a. im Buch «Neuenhof ein Dorf und seine Geschichte» (Baden-Verlag, Baden 1993), sowie in «Pfarrei St. Josef Neuenhof 1888-1988. Ihr sollt mein Volk sein.» zu lesen.
Giulia Guarneri-Hörler