Auffahrt – Abschied und Anfang

Auffahrt – Abschied und Anfang

Nun kommt zum Ende, was mit einem Kinderschrei, damals im Stall von Betlehem begonnen hatte. Ein letztes Mal begegnet Jesus seinen Freunden. Er ermutigt sie und erinnert sie nochmals an ihren Auftrag, die Botschaft vom Reich Gottes zu verkünden und die Menschen zu taufen. Dann, so beschreibt es der Evangelist Lukas, wird Jesus in den Himmel emporgehoben und entschwindet ihren Blicken. Mit der Himmelfahrt kommt das Leben Jesu zum Abschluss.

Nun beginnt etwas Neues. Die Apostelgeschichte berichtet über die jungen christlichen Gemeinden und die Anfänge der Kirche. Der Blick geht nach vorne in die Zukunft.

Die Jüngerinnen und Jünger müssen nun selbst entscheiden – jedoch nie allein. Jesus bliebt gegenwärtig, in seinem Wort, in den Zeichen von Brot und Wein und dort wo sich Menschen in seinem Namen versammeln. Zudem verspricht Jesus seinen Freunden einen starken Helfer, den Gott schickt – der Heilige Geist. An Pfingsten feiern wir die Geistgabe und den eigentlichen Geburtstag der Kirche. Trotz diesem guten Geist gab und gibt es bis heute Konflikte, Zerwürfnisse und Spannungen in der Kirche und unter den Gläubigen. Nicht alles lässt sich immer ganz und abschliessend klären – das auszuhalten und trotzdem dabei zu bleiben, ist eine Herausforderung, die bis heute besteht. Solange wir uns immer wieder auf das Verbindende – Jesus Christus – besinnen, uns vom Heiligen Geist leiten lassen, und diesen Geist auch denen zugestehen, die anderer Meinung sind, die uns auch mal provozieren und ärgern – können wir den Weg weitergehen.

Am Auffahrtsfest stehen wir zwischen den Zeiten. Wir erinnern uns an Jesus, unseren Menschenbruder und Gottessohn. Er, der die Randständigen in die Mitte holte, der zu den Kranken, Armen und Schwachen ging, der keine Angst hatte vor dem Gerede der Leute, der tröstete und die Menschen an Leib und Seele nährte, der auch im Leiden und Sterben die Karte seiner Göttlichkeit nicht ausgespielt hat, sondern durch sein Einstehen für die Menschen und das Leben auch uns die Tür zum Himmel aufgestossen hat.

Nachdem Jesus entschwunden war, blickten die Jünger suchend in den Himmel. Doch der Himmel von dem Lukas spricht, ist nicht der Himmel aus dem die Sonne scheint und die Wolken regnen, sondern der göttliche Raum, der alles umfasst. Und weil Jesus eingeht in diesen allumfassenden göttlichen Himmel kann er seinen Freundinnen und Freunden, uns allen, versprechen: „Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“

Jacqueline Meier

 

Einen Impuls zu Pfingsten finden Sie HIER