Neujahrsgruss

Neujahrsgruss

In wenigen Tagen ist das Jahr 2025 Geschichte. Der Jahreswechsel lässt uns spüren, wie die Zeit vergeht. Ja, manche werden gerade heute denken: Die Zeit läuft davon. Wieder liegt ein Jahr hinter uns. Stunden, Tage, Wochen sind unwiederbringlich vorbei, kein Augenblick kehrt ein zweites Mal wieder.

Wir erinnern uns an besondere Ereignisse, können uns Erlebnisse ins Gedächtnis rufen, wenn wir Fotos oder Videos anschauen, vielleicht aus dem Urlaub oder von einem runden Geburtstag. Aber wir können nichts noch einmal wirklich leben. Stärker als sonst wird uns bewusst: Unsere Lebenszeit ist befristet.

Die Zeit, die mir gegeben ist, vergeht. Sie geht und wird mir doch immer wieder gegeben, geschenkt. Was bedeutet das für mein Leben als Christ? Der Glaube kann Zuversicht geben, denn verrinnende Zeit ist werdende Ewigkeit. Keine Stunde verweht und vergeht ins Nichts. An jedem neuen Tag bauen wir an unserer Ewigkeit. Jede vergehende Stunde wird ein Baustein der Unvergänglichkeit, die uns Gott zugesagt hat.

Der Jahreswechsel ist Gelegenheit, Bilanz zu ziehen: Habe ich die Ziele, die ich mir für das zu Ende gehende Jahr gesetzt habe, erreicht? Sind Träume und Hoffnungen Wirklichkeit geworden? Welche Enttäuschungen habe ich erlebt?

Und vor uns liegt das neue Jahr. Noch ist es wie ein Buch mit vielen leeren Seiten. Was wird am Ende darin stehen? Es liegt vor uns wie ein leerer Krug. Womit werden wir ihn füllen? Wird dieser Krug am Jahresende mit Nichtigkeiten gefüllt sein oder mit kostbarem Nass?

Eine grosse Möglichkeit liegt mit diesem neuen Jahr vor uns: dass wir den Krug unseres Lebens mit Schätzen füllen, die im Angesicht Gottes nicht wie Stroh verbrennen, sondern Bestand haben.

Ein neues Jahr liegt vor uns; uns wird wiederum Zeit geschenkt.

Die Zeit; für viele Menschen ist sie zu einem absoluten Reizwort geworden. Zeit ist eines der kostbarsten Güter, die wir Menschen zu vergeben haben. Wir können die Zeit nie zurückdrehen. Wenn sie verstrichen ist, ist sie verstrichen. Unsere Zeit scheint so kostbar zu sein, dass niemand sie unnötig verschwenden darf.

Bei all dem, was wir mit unserer Zeit machen werden, tut es gut, an der Schwelle zum neuen Jahr innezuhalten. Das ist heutzutage nicht mehr selbstverständlich. Wir dürfen jedoch auf den Schöpfergott schauen, der sich auch Zeit des Innehaltens gegönnt hat, nachdem er sein Schöpfungswerk vollzogen hatte.

Es geht nicht in erster Linie darum, neue Vorsätze zu fassen. Vielmehr wollen wir uns dessen bewusst werden, wie grosszügig wir von Gott beschenkt werden. Die Zeit ist sein ständiges Geschenk an uns. Dafür wollen wir Gott danken.

Ihnen allen wünsche ich Gottes reichen Segen im neuen Jahr und viel Zeit mit Gott, dem Schöpfer und Ursprung allen Daseins.

Abbé Zacharie