Geschichte

Historische Fixpunkte der Pfarrei Würenlos

(Die Amtsträger der letzten Jahrzehnte sind in einem separaten Personenverzeichnis zusammengestellt.)

870
Erste Erwähnung von Würenlos („Wirchillozha“) in einer Urkunde des Klosters St.Gallen. Damals war die alemannische Bevölkerung bereits christianisiert.
1275
Die Pfarrei Würenlos wird in einer Urkunde erwähnt. Pfarrer sind Weltgeistliche.
1421
Das Kloster Wettingen erwirbt in Würenlos die niedere Gerichtsbarkeit (inkl. Zehntenrechte) und den Kirchensatz (Recht zur Wahl des Pfarrers). Aber erst ab 1590 werden Wettinger Mönche (katholische) Pfarrer in Würenlos.
1519
Einweihung eines Kirchenneubaus (an der Stelle einer früheren Kirche), das ist die heutige „Alte Kirche“. Der wesentlich ältere Kirchturm bleibt stehen.
1529
Reformation, ab 1532 teilweise Rekatholisierung. Die seither (und zwar bis 1937) paritätische Kirche dient nun an jedem Sonntag nacheinander beiden Konfessionen für den Gottesdienst. Der reformierte Pfarrer wohnt in Otelfingen.
1713
Teilung des Kirchengutes zwischen Katholiken und Reformierten.
1770
Das alte Satteldach des Kirchturms („Käsbissenturm“) wird durch den barocken Doppelzwiebelhelm ersetzt.
1783–86
Neubau des Pfarrhauses nach den Plänen des berühmten Baumeisters Grubenmann (der auch die Holzbrücke beim Kloster Wettingen baute).
1798
Die Helvetik ersetzt die alte Eidgenossenschaft. Ende der Gerichtsherrschaft des Klosters Wettingen (niedere Gerichtsbarkeit und Zehntenrechte).
1841
Aufhebung des Klosters Wettingen. 1858 verlässt der letzte Wettinger Pater Würenlos. Seither sind wieder Weltgeistliche als Pfarrer in Würenlos tätig.
1851
Erste Erwähnung des katholischen Kirchenchors (in einer Kirchenrechnung).
1879
Weihe von vier neuen Kirchenglocken.
1882
Errichtung einer selbständigen evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Würenlos.
Ab 1900
Gründung verschiedener katholischer Vereine, so 1915 Turnverein (bis 2011 TSV, heute TV Würenlos – Fusion TSV und STV), 1927 Frauenbund, 1956 Blauring, 1965 Jungwacht, 1966 KAB.
1935
Die katholische und die reformierte Kirchgemeinde genehmigen einen Auskaufsvertrag, so dass an neuem Standort eine neue reformierte Kirche (mit eigenem Friedhof) und am alten Standort (in einem Teil des bisherigen Friedhofs) eine neue und wesentlich grössere katholische Kirche gebaut werden kann. Die alte Kirche wird Gemeindesaal. Umbettung der Gräber, die dem Kirchenneubau weichen müssen.
1937
Weihe der neuen Marienkirche durch Bischof Franziskus von Streng. Architekt ist der Würenloser Alois Moser. Trotz Opposition („allzu modern!“) steht die Kirchgemeinde grossmehrheitlich dahinter, auch dank Unterstützung externer Fachleute (inkl. ETH-Professor Karl Moser, Würenloser Ehrenbürger).
Anton Flüeler gestaltet 1937-1947 die Figurenfenster, Bruder Xaver Ruckstuhl 1960-1962 die Skulptur an der Chorwand.
1938
Erste Umnutzung der „Alten Kirche“, für Kindergarten und ab 1939 sogar als Soldatenkantonnement. Später schrittweiser Ausbau als Gemeindesaal und Einbau von Vereinsräumen und Bibliothek.
1948
Neue Turmuhr, Renovation Turmkreuz.
1963
Ankauf Liegenschaft Sigristenhaus, 1965 Neubau Sigristenhaus mit Wohnungen, Vereinsräumen und Platz für Spielgruppen.
1965
Ankauf Liegenschaft Maduz/Kopp, „Chilemetzg“, als Landreserve. Seither provisorische Nutzungen der Gebäudeteile.
1968
Ein erster Pfarreirat wird gewählt. Er soll gemäss zweitem Vatikanischen Konzil die Laien stärker in die pastorale Leitung der Pfarrei einbinden und den Pfarrer unterstützen. Die Kirchenpflege leitet die Kirchgemeinde mit ihren baulichen, finanziellen und administrativen Aufgaben.
1969
Glockenweihe, vier alte und zwei neue, von denen heute fünf im Turm hängen (eine der alten wurde an die Kapuziner in Tansania verschenkt).
1969
Friedhoferweiterung mit Katafalkanlage.
1970
1100-Jahrfeier der Gemeinde Würenlos. Das „Würenloser Chronikspiel“ der Fahrer Klosterfrau Silja Walter regt manche zum Nachdenken über konfessionelle Differenzen an.
1978
Umgestaltung des Chors der Marienkirche: Grösserer Chorraum, die Kommunionbänke verschwinden, neuer Altar in Chormitte mit Hinwendung des Priesters zu den Gläubigen gemäss zweitem Vatikanischen Konzil.
1982
Der katholische Frauenbund und der reformierte Frauenverein veröffentlichen ihr Jahresprogramm gemeinsam.
1985
Die Reglemente der seit 1937 getrennten Friedhöfe werden zu einem Würenloser Friedhofreglement vereinigt – die beiden Friedhöfe bleiben. Die Katafalkanlage ist auf dem katholischen, das Gemeinschaftsgrab auf dem reformierten Friedhof.
1988
Weihe der neuen Orgel. 1983 Kreditbeschluss, 1987 grosses Pfarreifest mit Orgelbazar.
1991
Renovation der Alten Kirche, neue Küche und Nebenräume.
1994
Letztes Amtsjahr des Pfarreirats.
1999
Mysterienspiel „Der achte Tag“ von Silja Walter im Chor der Marienkirche.
2000
Vertrag mit den Redemptoristenpatres in Baden-Mariawil für priesterliche Unterstützung.
Sanfte Innenrenovation der Marienkirche.
2002
Mysterienspiel „Adam, wo bist du?“ von Josef Rennhard im Chor der Marienkirche.
2004
Kirchgemeinde und Pfarrei nutzen das Internet: www.kathwuerenlos.ch
2005
Aussenrenovation Marienkirche.
2012
Ökumenisches Jubiläum – 75 Jahre Kirchen in Würenlos.
Geschichtlicher Rückblick aus katholischer und reformierter Sicht.

Literatur: Zur Geschichte der Pfarrei Würenlos sei auf folgende Bücher verwiesen:
Felix Brogle: „50 Jahre neue Marienkirche Würenlos 1937 – 1987“.
Festschrift, herausgegeben von der Katholischen Kirchgemeinde Würenlos. 1987.
Peter Witschi: Ortsgeschichte Würenlos. Herausgegeben von der Gemeinde Würenlos. 1984.