Lektorenreise

Lektorenreise

Am Sonntag 8. Juli um 8.45 Uhr standen 10 Lektoren (von Neuenhof, Killwangen und Spreitenbach) in Baden bereit um Strassburg zu entdecken. Nach 3 Stunden Fahrt haben wir unser Ziel schon erreicht; das Hotel ist nur wenige Gehminuten vom Bahnhof entfernt und wir konnten unser Gepäck bequem im Zimmer deponieren. Danach suchten wir das erste gemütliche Restaurant auf für ein elsässisches Mittagessen. Frisch gestärkt und ausgeruht suchten wir das Tourist Office auf und kauften uns dort ein Gutscheinheftchen für diverse Eintritte und eine Schifffahrt auf der Ill, dies machten wir auch gleich. Nach längerem Warten auf dem Schiff und Temperaturen wie in der Sauna, fuhren wir endlich los zur Stadtbesichtigung auf dem Wasser. Strassburg ist eine sehr hübsche Stadt, vor allem der Stadtteil «La Petite France» (Klein-Frankreich) mit den vielen Riegelbauten und ein schmales Haus nach dem anderen, verwinkelten Gassen und plötzlich steht das riesige Münster vor einem. Das Liebfrauenmünster zu Strassburg ist ein römisch-katholisches Gotteshaus und gehört zu den bedeutendsten Kathedralen der europäischen Architekturgeschichte sowie zu den grössten Sandsteinbauten der Welt, im Inneren befindet sich eine astronomische Uhr aus dem sechzehnten Jahrhundert. Jeweils um halb zwölf wird das Münster geschlossen und man kann mit einem Ticket diese Uhr besichtigen. Zuerst wird ein Film gezeigt und dann schlägt die Uhr zwölf (um genau halb eins, Strassburger Zeit geht eine halbe Stunde hinterher), dann ziehen die zwölf Apostel an Jesus vorbei und der Hahn kräht dreimal. In den nächsten drei Tagen gab es viel zu sehen und zu entdecken. Einmal fuhren wir auch ins Europaviertel, mit dem Europäischen Parlament, dem Europarat und dem europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Das Europäische Parlament konnten wir mit einer Führung besichtigen. Nun wollten wir noch eine Stadtführung zu Fuss. Leider gab es keine in Deutsch, so buchten wir kurzerhand einen Stadtführer, François Muller zeigte uns Strasbourg und wusste sehr viel zu erzählen, da ja auch die Nation immer wieder wechselte, mal war es französisch, dann deutsch, dann wieder französisch usw.. Auch berühmte Zeitgenossen gab es dort, von Goethe über Kléber (General) bis hin zu Johannes Gensfleisch… ich meine Gutenberg. Strassburg hat auch viele Museen und Kirchen, und so teilten wir uns zwischendurch auch auf und die einen gingen in Museen die anderen noch in Kirchen. Am Dienstagabend hat sich Frankreich noch ins Fussball-WM-Final geschossen und da ging auf den Strassen die Post ab, obwohl es keine «public viewing» gab, waren zuerst alle Restaurants bis zum letzten Platz oder noch weiter hinaus besetzt und danach die Strassen. Etwas komisch war der Match schon, da in unserem Restaurant die Übertragung eine halbe Minute verzögert kam und so hörten wir die Leute rundherum schreien und sahen dann erst, was geschehen war. Am Mittwoch war dann endlich auch die Plattform auf dem Münster geöffnet. Die Hälfte von uns wagte den Aufstieg. Über die Wendeltreppe mit 330 Stufen steigt man ins Herz des Gebäudes auf und als Belohnung geniesst man eine einzigartige Aussicht. «Ein Wunder – so unermesslich und zierlich doch zugleich», so bezeichnete Victor Hugo das Strassburger Münster, es ist nur zu empfehlen. Am Nachmittag – knapp vor vier Uhr – machten wir uns wieder auf den Heimweg. Mit vielen neuen Eindrücken aber müde kamen wir in Baden bzw. in Neuenhof an.