Thomas Schacher verlässt den Antonius-Chor, 1996 – 2018

Thomas Schacher verlässt den Antonius-Chor, 1996 – 2018

Thomas‘ Demission war schon lange ein Thema im Antonius-Chor, ein Damokles-Schwert, trifft’s wohl besser. Doch unangenehme Wahrheiten werden halt noch so gerne etwas verdrängt. Bitteschön, macht denn unser Thomas, auch nach den 22 intensiven Chorleiter-Jahren einen erschöpften, einen ausgebrannten Eindruck, ist er kaum noch in der Lage eine Probe zu meistern, beginnt er etwa in letzter Zeit fünfe gerade sein zu lassen? Hat sein stupender Musikverstand etwa begonnen nachzulassen? Nichts von alledem! Er tritt heute noch auf, als hätte er just seiner Jugend Maienblüte hinter sich gelassen; er sprüht förmlich vor Lebenslust, Energie und Ideen. Ist doch gerade das Programm für seinen Abschiedsgottesdienst ein wirklich kreatives Feuerwerk. Ihr werdet verstehen, dass wir ihn, in der Tat, ungerne ziehen lassen. Und ihr werdet verstehen, dass wir ihn gerne noch einige Jahre als Chorleiter behalten hätten. Was hat Thomas in all den Jahren mit uns nicht alles geschaffen; auch ganz verrückte Sachen. Ich erinnere mich gerne der halbkonzertanten Aufführung der Oper „L’elisier d’amore“ von G. Donizetti vorne im Altarraum, mit Nöemi Nadelmann als Adina. Eine Oper in der Kirche aufzuführen, darauf muss einer erst einmal kommen. Ein Gemeinschaftsprojekt war’s, zusammen mit dem Kammerchor Uster.

Aus den ca. 440 Auftritten des Antonius-Chors in Gottesdiensten, unter Thomas‘ Leitung, stechen natürlich die grossen Orchester-Messen, aufgeführt an den Hochfesten, heraus. Ganz besonders herausstreichen möchte ich die grossen konzertanten Auftritte des Chors an den jeweils geraden Geburtstagen der Pfarrei St. Anton. Immer eine Riesenaufgabe die Thomas dabei bewältigte. Doch die zuverlässig immer eingetretenen, grossen Erfolge waren der Lohn für diesen zusätzlichen Aufwand. Natürlich auch für uns Sängerinnen und Sänger; was für eine grosse Freude, im schönen Kleid, vor seinen Leuten stehend zeigen zu können was wir im Chor zu leisten imstande sind. Und nun sind die 22 Jahre vorbei; und wie schnell sind sie vorbeigegangen. Wir sind Thomas unendlich dankbar für die immerwährend, hervorragende, äusserst faire Zusammenarbeit und die immer gleichbleibend erstklassige Ausgestaltung der Proben. Wir haben es immer sehr gut gehabt mit Thomas. Wir wünschen ihm und Sabina, seiner Frau, für die Zukunft von ganzem Herzen nur das Allerbeste; die Hoffnung bleibt, dass Thomas uns hin und wieder einmal besuchen kommt, auch um zu begutachten was aus «seinem» Antonius-Chor geworden ist.

Doch die Zeit steht nicht still und die Kirchenpflege hat sich bei der Suche nach Thomas‘ Nachfolger ganz tüchtig ins Zeug gelegt; insbesondere Lukas Zehnder, er hat sich als Personalverantwortlicher der Kirchgemeinde in erster Linie hervorgetan, um uns in kürzester Zeit mit Giuseppe Raccuglia, einen hervorragenden Nachfolger präsentieren zu können. «Le Roi est mort, vive le Roi!». Wir sind guten Mutes, dass Giuseppe die grossen, tiefen Trittsiegel, die Thomas hinterlassen hat, auszufüllen vermag und dem Antonius-Chor auch ein guter Chorleiter werden wird.

Walter Würsch, Präsident Antonius-Chor