Liebe Pfarreiangehörige

Liebe Pfarreiangehörige

Wir alle befinden uns in einer ungewohnten und schwierigen Zeit. Wir unterstehen den ausserordent­lichen Anordnungen des Bundesrates. Diese haben Auswirkungen für unser persönliches, soziales sowie berufliches Leben. An sie gilt es sich zu halten – zu unserem eigenen Wohl und zum Wohle aller.

Ich er­innere an die Worte Jesu in der Bergpredigt «Alles, was ihr von anderen erwartet, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten (Mt 7,12).» Oder wie es im daraus hervorgegangenen Sprichwort heisst «Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem anderen zu.»

Viele leisten in diesen und den kommenden Tagen, Wochen, Mo­naten besondere und aussergewöhnliche Einsätze. Denken wir an das medizinische Personal. Denken wir an jene in Apotheken, Lebensmittelgeschäften oder in anderen lebenswichtigen Bereichen. Erwäh­nen möchte ich auch die so zahlreichen, vor allem jungen Leute, welche bereit sind, für ältere und kranke Men­schen oder Menschen mit Beeinträchtigung Dienste zu übernehmen (einkaufen, Medikamente holen, etc.). Wir alle müssen die Bemühungen zur Eindäm­mung einer raschen Ausbreitung des Corona-Virus aktiv unterstützen, indem wir uns wirklich an die Weisungen der Behörden halten. Als gläubige Men­schen allerdings können und sollen wir uns auch ein­setzen, in den Dienst stellen lassen, durch unser GEBET. Denn da ist unser Vertrauen auf die sorgende Begleitung Gottes auch und gerade in schwierigen Zeiten. Als Gemeinschaft des Glaubens sind wir auch eine Gemeinschaft des Gebetes, des solidarischen Gebetes. Als betende Menschen bleiben wir mitein­ander verbunden, auch über die gemeinschaftlichen Gottesdienste hinaus, welche zurzeit auch nicht ge­feiert werden können.

Diese Verbundenheit zu prak­tizieren: Im Bewusstsein, Teil einer grossen betenden Gemeinschaft zu sein, lade ich uns alle ein. Pflegen wir das tägliche Gebet – persönlich und auch im Kreis der Familie oder in der Partnerschaft. Ans Beten erin­nert uns das Läuten der Kirchenglocken – am Mor­gen, am Mittag, am Abend. In diesen Tagen be­kommt dieses Läuten in unseren Ohren und in unseren Herzen vielleicht einen ganz neuen Klang. An zahlreichen Stellen ruft auch die Heilige Schrift zum Beten auf – wie etwa in den eindringlichen Wor­ten des Apostels Paulus in seinem Brief an die Gemeinde in Rom (Röm 12,12): «Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Bedrängnis und beharrlich im Gebet!»

Unser Bischof, Felix Gmür, verweist auf ein Gebet der Bischöfe Europas, das die Präsidenten der beiden Gremien, welche die Bischofskonferenzen der europäischen Länder vertreten, formuliert ha­ben. Dieses Gebet möchte ich Ihnen weitergeben. Es kann – neben unseren Grundgebeten – ei­nes jener Gebete sein, welche uns in diesen Tagen mit Gott und miteinander verbinden.

«Gott Vater, Schöpfer der Welt, du bist all­mächtig und barmherzig. Aus Liebe zu uns hast du deinen Sohn zum Heil der Menschen an Leib und Seele in die Welt gesandt. Schau auf deine Kinder, die in dieser schwierigen Zeit der Prüfung und Herausforderung in vie­len Regionen Europas und der Welt sich an dich wenden, um Kraft, Rettung und Trost zu suchen. Befreie uns von Krankheit und Angst, heile unsere Kranken, tröste ihre Familien, gib den Verantwortlichen in den Regierun­gen Weisheit, den Ärzten, Krankenschwes­tern und Freiwilligen Energie und Kraft, den Verstorbenen das ewige Leben. Verlasse uns nicht im Moment der Prüfung, sondern erlö­se uns von allem Bösen. Darum bitten wir dich, der du mit dem Sohn und dem Heiligen Geist lebst und herrschst bis in alle Ewigkeit. Amen Maria, Mutter der Kranken und Mutter der Hoffnung, bitte für uns»!

Gebet der Bischöfe Europas

Vertrauen wir auch auf die Kraft des Betens.

Es begleite uns alle Gottes Segen!
Im Namen des gesamten Seelsorgeteams, Ihr Pfarrer Josef Stübi