Stefan Essig verabschiedet sich ab Mitte August in eine dreimonatige Auszeit
Am 1. August 1995 habe ich als Abgänger des Theologiestudiums meine erste Stelle als Seelsorger auf dem Mutschellen angetreten. Jede Person, die in der Seelsorge tätig ist, darf beziehungsweise muss alle zehn Jahre vier Wochen Weiterbildung (damals noch) am Stück absolvieren, den sogenannten Vierwochenkurs. Nach zehn und zwanzig Jahren habe ich diesen Kurs besucht und die Zeit mit Besinnungstagen, speziellen pastoralen Einsätzen und Ferien jeweils auf drei Monate verlängert. Mittlerweile gibt es diesen Vierwochenkurs nicht mehr am Stück. Man kann zu grossen Teilen selbst wählen, welche Weiterbildung man absolvieren möchte. Da ich 2025 erst ein Jahr in Baden war, habe ich in Absprache mit der Kirchenpflege entschieden, diese Auszeit erst dieses Jahr zu nehmen.
Nach dem Patrozinium verabschiede ich mich deshalb in eine Auszeit. Zuerst werde ich Ferien auf der Nordseeinsel Juist verbringen, anschliessend geht es für einen Monat nach Lourdes, wo ich als Beichtvater wirken werde. Es folgt eine zehntägige Reise nach Polen zu einem bekannten Priester, und den Abschluss bildet eine weitere zehntägige Reise nach Südindien, wo ich den Bischof und das Bistum von Thiruvalla besuchen werde. Wir sind alte Bekannte, denn ich war schon zweimal dort. Ab dem 15. November werde ich dann hoffentlich neu gestärkt wieder als Pfarrer in Baden-Ennetbaden wirken.
Ich danke den Mitgliedern der Kirchenpflege und dem Seelsorgeteam herzlich für das Ermöglichen dieser Verlängerung. Ich freue mich auf die kommenden Monate und wünschen Ihnen allen eine gesegnete Zeit.
Stefan Essig, leitender Priester
Während der Abwesenheit von Stefan Essig dürfen wir auf einen Bekannten von Claudio Tomassini zurückgreifen, der in Baden nicht ganz unbekannt ist, den Jesuitenpater Toni Kurmann. Er stellt sich gleich selbst vor:
Ich bin Toni Kurmann und seit 1996 Mitglied des Jesuitenordens. Zuvor absolvierte ich eine kaufmännische Ausbildung, erlangte die Erwachsenenmaturität und studierte Theologie in Fribourg und Innsbruck. Von 2001 bis 2004 erwarb ich an der Ateneo de Manila University auf den Philippinen einen Master in Entwicklungssoziologie.
Von 2004 bis 2023 leitete ich das Hilfswerk «Jesuiten weltweit» in Zürich. Die weltkirchliche Solidarität ist und bleibt mir ein grosses Anliegen. Anschliessend war ich bis 2025 Leiter des Lassalle-Hauses Bad Schönbrunn. Seit 2026 gehöre ich zum Leitungsteam von Jesuit Worldwide Learning (www.jwl.org) in Genf. Die Organisation ermöglicht geflüchteten und marginalisierten jungen Menschen den Zugang zu Sprachkursen und Hochschulbildung.
Wann immer von Baden die Rede ist, horche ich auf. Nicht nur, weil ich hier geboren wurde und meine ersten neun Lebensjahre in Bellikon verbracht habe. Sondern auch, weil Baden ein bedeutender geschichtlicher Ort ist, wie das Jubiläum «500 Jahre Badener Disputation» erneut gezeigt hat.
Neben der Geschichte interessieren mich Architektur und die Kunst sakraler Räume. So freue ich mich darauf, Ihre Kirchen in den kommenden Monaten besser kennenzulernen. Vor allem aber freue ich mich auf die Begegnungen mit Ihnen und auf den Austausch darüber, was uns im Glauben Hoffnung gibt und wie wir versuchen, unseren Glauben im Alltag zu leben.







