Arbeitseinsatz 2025 auf der Alp Honnegg Eriz 1’371 m.ü.M
Kolping Baden und Muri unterstützten dieses Jahr die junge Bergbauernfamilie Martin und Marina Aeschlimann vom 7. bis 12. September auf der Alp Honegg in Eriz. Dieses Dorf ist die östlichste Gemeinde im Verwaltungskreis Thun und bildet zusammen mit Horrenbach das Grenztal zwischen Emmental und Berner Oberland Der Einsatz der freiwilligen Helfer hatte zum Ziel, die Fassaden des Alpstalls gegen die Witterung mit neuen Schindeln zu schützen.
Die zehn Freiwilligen der Arbeitsgruppe besuchten am späten Sonntagnachmittag erstmalig die Baustelle. Die junge Bergbauernfamilie überraschte sie mit einem Raclette aus selbst hergestelltem Alpkäse. Das Raclette wurde im Freien eingenommen und mundete allen. Die einmalige Rundsicht mit Eiger, Mönch und Jungfrau mit einem leichten Abendrot machte den Abend perfekt.
Am Montagmorgen erhielten die freiwilligen Helfer vom Hersteller persönlich eine Einführung in die richtige Montage der Schindeln. Die verwendeten Schindeln waren im letzten Winter von einem ortansässigen Schindelmacher von Hand hergestellt worden. Das verwendete Holz stammte aus einheimischer Rottanne. Im Alpbrunnen wurden die Schindeln vorgängig gewässert; dadurch wurde erreicht, dass sich die Schindeln beim Annageln nicht spalten. Nach der Instruktion wurden die Schindeln fachgerecht und präzis an die Fassade angenagelt. Es galt zu beachten, dass die richtige Seite nach aussen steht und die richtige Neigung strikt eingehalten wird, so dass Regenwasser oder Schnee wetterseits schön abtropfen und nicht in die Mauer eindringen.
Der Vater von Martin konnte im Jahr 2000 einen neuen Alpstall mit Melkstand bauen. Die Stromversorgung wird durch eine «mobile PV–Anlage mit Salzbatterie» sichergestellt. Damit kann die Alp ihren eigenen Strom für das maschinelle Melken erzeugen. Im Winter wird die ganze Anlage zum Heimbetrieb gezügelt und dort für die eigene Stromproduktion eingesetzt. Leider fehlte bis anhin die Stromversorgung der Alphütte, wo Aeschlimanns im Sommer wohnen und arbeiten. Nur kleine Lämpchen, die durch Autobatterien gespeist werden, die wiederum durch die Solaranlage aufgeladen werden, waren die Lichtspender. Elektriker André Bühlmann stellte deshalb in der Einsatzwoche die elektrische Versorgung der Alphütte mittels Kabelverlegung und Installation neuer Steckdosen sicher. Familie Aeschlimann freute sich riesig über die längst ersehnte Komfortsteigerung.
Während der Einsatzwoche logierten die Freiwilligen im multifunktionalen Ferienheim «Lindenweidli» in Eriz. Das bewährte Küchenteam Lisbeth und Josef Emmenegger sorgte für die Verpflegung und wurde für das reichhaltige und hervorragende Essen gelobt. Für die Organisation war Godi Küng verantwortlich. Kolping Baden finanzierte zusammen mit der Berghilfe diesen Einsatz. Vermittelt wurde er von der Organisation «bergversetzer» in Brugg, einem Gemeinschaftsprojekt der Schweizer Berghilfe und der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB).
Die Kolpingsfamilie Baden dankt Martin und Marina und ihrem Vater Bernhard Aeschlimann herzlich für die gute Unterstützung während ihres Einsatzes. Damit konnte der Alltag einer jungen Älperfamilie vereinfacht werden − was auch zum Fortbestand unserer schönen Schweizer Berglandschaft beiträgt.
Bericht/Bilder: zVg Josef Emmenegger, Kolping Baden



























