Erlös aus Missionsbazar 2025 für den Bau einer Kindertagesstätte in Südafrika

Erlös aus Missionsbazar 2025 für den Bau einer Kindertagesstätte in Südafrika

Verschiedene Aktionen fanden am Wochenende vom 25./26. Oktober statt


Wir durften abschliessend dem Entwicklungsprojekt von Schweizer Freiwilligen für und mit Township-Bewohnern in Südafrika – die Einsatzleitung lag bei einem in Baden wohnhaften Mitglied unserer Kirchgemeinde – den grossartigen Betrag von 7’620.19 Franken zukommen lassen.

«Puhhhh, so viel habe ich schon lange nicht mehr gegessen, aber es hat sooo gut geschmeckt!!!», war am Mittagessen zugunsten des Missionsbazars zu hören. In der Tat war das servierte Essen eine wahre Gaumenfreude. Timo Jodek vom Restaurant Roter Turm zauberte für die Gäste eine traumhafte Marroni-Rüeblisuppe zur Vorspeise und Aargauer Braten, Kartoffelstock und Pfälzer Rüebli zum Hauptgang auf den Tisch. Das Serviceteam bediente alle zuvorkommend, und so herrschte gute Laune und eine fröhliche Stimmung im ganzen Saal. Auch die von Zita Keller wunderschöne und mit viel Liebe gestaltete Dekoration trug dazu bei.

Die fleissigen Strickerinnen der Strickstube stellten am Sonntag zum Verkauf aus, was sie das ganze Jahr über produziert hatten. Bereits am Vortag konnten am Verkaufsstand am Markt in der Stadt, wo trotz Regenwetter einiges neue stolze Besitzer fand, die schönen Sachen erworben werden. Zudem gab es dieses Jahr noch wunderschöne und praktische Taschen zu kaufen, die aus dem Hungertuch der Fastenzeit genäht worden waren.

Nochmals ein ganz herzliches Dankeschön: An alle Helferinnen und Helfer, an die fleissigen Strickerinnen und schliesslich an unsere Gäste, die gekommen sind und das Projekt so grosszügig unterstützt haben.

Bericht und Bilder: zVg Franziska Senn


Projektvorstellung

Der Erlös geht 2025 vollumfänglich an die Stiftung ForAfrika Schweiz für den Aufbau der Kindertagesstätte Ekhayeni im Township Rodenbeck. Die Einsatzleitung dafür hatte ein in Baden wohnhaftes Mitglied unserer Kirchgemeinde. Zum Projektabschluss reiste ein Team von Freiwilligen vom 17. – 24. Oktober 2025 auf eigene Kosten nach Südafrika, um beim Umbau aktiv mitzuwirken. Das Projekt zielt darauf ab, das Engagement einheimischer Frauen für benachteiligte Kinder zu stärken – und es soll ein sicherer Ort für die Kinder geschaffen werden, mit einem kindgerechten Lern- und Spielumfeld. Damit wird echte Hilfe zur Selbsthilfe geleistet.

Vom motivierten Einsatzteam haben wir folgende Nachrichten und Bilder im Oktober 2025 erhalten:

«Wir sind gut in Südafrika angekommen. Gestern hatten wir unseren ersten Tag auf der Baustelle. Viel konnten wir noch nicht machen, da viele Farben und Utensilien fehlten und diese zuerst noch organisiert werden mussten. Typisch Südafrika – hier läuft alles ein bisschen anders ab. In der Zwischenzeit konnten wir die alte Kita besuchen, die zu unserem Glück noch steht. Die Kinder waren anfangs etwas scheu, doch das legte sich schnell, und sie haben uns bald mit offenen Armen empfangen. Am meisten schockiert hat uns, dass sich die Toilette der Kinder draussen befindet – ohne jeglichen Sichtschutz

«Wir sind nun gut in Kapstadt angekommen und möchten kurz von der Woche auf der Baustelle in Bloemfontein berichten. Diese war im Vergleich zu Johannesburg wieder etwas ganz Neues und hat uns tief bewegt. In Rustenburg merkte man, dass unsere Organisation ForAfrika dort schon länger aktiv ist – mehrere Kindergärten waren bereits umgebaut, und man sah, dass sich vieles verbessert hat. In Bloemfontein war es anders: Dort war es erst der zweite Kindergarten, den ForAfrika in diesem Gebiet unterstützt – und das spürte man sofort. Ich war erschrocken, unter welch ärmlichen Bedingungen die Kinder dort leben. Für jedes Kind gab es nur eine Windel pro Tag, die Hosen wurden gewaschen und zum Trocknen aufgehängt. Viele Kinder saugten noch am Daumen und suchten Nähe. Man spürte, wie sehr sie Geborgenheit brauchen.

Täglich kamen auch Strassenkinder zu uns, setzten sich dazu und assen sofort – man sah ihren Hunger. Überall liefen Hunde herum, viele krank oder verletzt. Besonders berührt hat mich ein kleines Albino-Mädchen, dessen Eltern sie wegen eines Aberglaubens nicht wollten. Diese Begegnung hat mir erneut gezeigt, wie wichtig Bildung in diesen Gebieten ist. Eine weitere Begegnung ging mir sehr nahe: Eine Frau im Township hatte eine schlimme Entzündung im Gesicht, teils schon nekrotisch. Sie war bei einem Medizinmann, der die Wunde mit Schlamm behandelte. Ich wusste, dass sie das wahrscheinlich nicht überleben wird.

Die Woche hat mir wieder die Augen geöffnet: Wie privilegiert wir in der Schweiz leben und dass vieles, was für uns selbstverständlich ist, für andere Menschen Luxus bedeutet. Gleichzeitig bin ich dankbar, dass wir mit unserer Arbeit ein Stück Hoffnung schenken können. Ich bin stolz auf unser Team – trotz Hitze und schwierigen Bedingungen haben alle mit Herzblut und Zusammenhalt gearbeitet. Diese Erlebnisse werden mir sicher lange in Erinnerung bleiben.»