Die Propstei Wislikofen feiert ihr 50-jähriges Jubiläum

Die Propstei Wislikofen feiert ihr 50-jähriges Jubiläum

Das Jubiläumsjahr wird Ende Januar feierlich eingeläutet


Im Jahr 1976 übertrug der Kanton Aargau die Propstei Wislikofen an die Römisch-Katholische Kirche im Aargau. Seitdem wird das ehemalige Tochterkloster des Benediktinerkloster von St. Blasien in Deutschland als Bildungszentrum und Seminarhotel genutzt. Dieses 50-jährige Jubiläum wird mit verschiedenen Veranstaltungen im Jahr 2026 würdig gefeiert. Im März folgt zudem der Wechsel in der Hoteldirektion: Der diplomierte Hotelmanager Samuel Bachofner wird die Leitung als Nachfolger von Marianne Beeler übernehmen. Die Propstei Wislikofen vereint Hotellerie, Gastronomie, Bildung sowie spirituelle Angebote und Themen der Kirchenentwicklung an einem historischen Ort und wurde mehrfach mit der höchsten Kategorie im «Swiss Location Award» ausgezeichnet.

Die Jubiläumsveranstaltungen

Das Jubiläumsjahr wird am Samstag, 24. Januar 2026, um 11.30 Uhr feierlich eingeläutet und die Jubiläumsfahne gehisst. Der Höhepunkt wird der Tag der offenen Tür am Sonntag, 14. Juni 2026, mit einem Programm für alle Generationen sein. Am 12. Juni 2026 begrüssen wir Pater Martin Werlen, Leiter der Propstei St. Gerold in Vorarlberg, zum Thema «Kirche umgekehrt» und am 17. September 2026 wird Pater Anselm Grün, Benediktinermönch und Autor, in einer hybriden Veranstaltung zum Thema «Alles in allem – was letztlich zählt im Leben» referieren.

Flyer Jubiläumsjahr >

Die Geschichte der Propstei Wislikofen

Die Anfänge der Propstei Wislikofen reichen bis ins 9. Jahrhundert zurück. Damals baute ein alemannischer Siedler namens Wizilin einen Hof, der im Jahr 1113 von den Edlen von Waldhausen zusammen mit ihren weiteren Besitztümern in Wislikofen und weiteren kleinen Dörfern dem Benediktinerkloster St. Blasien in Deutschland geschenkt wurde. Gut 20 Jahre später errichteten die Benediktiner an dieser Stelle ein kleines Tochterkloster, aus dem die heutige Propstei Wislikofen hervorging. Während des Dreissigjährigen Kriegs (1618–1648), des Pfälzischen Erbfolgekriegs (1688–1697) und des Spanischen Erbfolgekriegs (1701–1714) diente diese Propstei den Mönchen aus St. Blasien als Zufluchtsort, da ihre Abtei im Schwarzwald mehrmals zerstört worden war. Im Jahr 1807 wurden sowohl die Propstei als auch das Mutterkloster St. Blasien aufgelöst. Die katholische Pfarrei Wislikofen erhielt die Kirche zur freien Benutzung. Der letzte Probst blieb dem Dorf als Pfarrer erhalten. Über einen Vermittler gelangte die Propstei im Jahr 1812 an den Kanton Aargau. Dieser sanierte die über 160 Jahre lang vernachlässigte und desolate Bausubstanz von 1973 bis 1975 und übergab sie 1976 unentgeltlich der Römisch-katholischen Landeskirche des Kantons Aargau.

Seit 50 Jahren wird die Propstei als Bildungszentrum und Seminarhotel der Landeskirche genutzt. Sie bietet Raum für Kurse, Tagungen, Retraiten, kirchliche und kulturelle Veranstaltungen sowie private Feiern und versteht sich als Ort der Gastfreundschaft und der spirituellen Begegnung. Die Fachstelle Bildung und Propstei organisiert darin vielfältige Kurs- und Weiterbildungsveranstaltungen zu unterschiedlichsten Themen, von Achtsamkeit und Kontemplation über Lektoren- und Kommunionspende bis hin zu Kirchenpflegetagungen, Kirchenentwicklung Kommunikation für Paare und Selbstmanagement. Das Bildungsangebot ist eduQua-zertifiziert und steht allen Interessierten offen. Das Seminarhotel beherbergt in den ehemaligen Klosterzimmern und verpflegt jährlich rund 7000 Gäste. Dazu gehören Gäste aus kirchlichen Veranstaltungen aber auch Hochzeitsgesellschaften, Schulseminare, Chöre, Vereine und Firmen. Auch die Propsteikirche wird dazu genutzt, unter anderem von der Pfarrei Wislikofen-Rümikon. Seit 50 Jahren ist die Propstei ein Ort des lebendigen und regen Austausches und des Gesprächs für ein fruchtbares Miteinander.

Samuel Bachofner als neuer Hoteldirektor ab 1. März 2026

Die Betriebskommission hat den 55-jährigen eidgenössisch diplomierten Hotelmanager NDS HF zum Nachfolger von Marianne Beeler gewählt, die die Propstei seit Juni 2022 leitet. Samuel Bachofner bringt über 25 Jahre Führungserfahrung in der Schweizer Hotellerie und Gastronomie mit. Nach der Lehre als Koch und der Managementausbildung an der Hotelfachschule Thun führte er verschiedene komplexe Dienstleistungsbetriebe und ist aktuell als Leiter Restauration am Kantonsspital Baden tätig. Mit seinem Nachdiplomstudium HF in Hotelmanagement und seiner Erfahrung in Betriebsführung, Digitalisierung, Facility Management und Projektleitung bringt er die Kompetenzen mit, die Propstei operativ und strategisch weiterzuentwickeln. Für Samuel Bachofner ist die neue Aufgabe eng mit der besonderen Atmosphäre der Propstei verbunden: «Ich freue mich darauf, gemeinsam mit dem Team der Propstei Wislikofen einen Ort zu gestalten, an dem sich Menschen willkommen fühlen, kulinarisch verwöhnt werden und inspiriert wieder nach Hause gehen.»

Würdigung von Marianne Beeler als bisherige Hoteldirektorin

Unter der Leitung von Marianne Beeler wurde der Betrieb in den letzten vier Jahren am Markt erfolgreich positioniert und sowohl organisatorisch und wirtschaftlich weiterentwickelt. Dank ihrem kompetenten Wirken wurde die Propstei beim «Swiss Location Award» mehrfach mit der höchsten Kategorie «Herausragend» als bestes Seminarhotel im Kanton Aargau geehrt. Gleichzeitig hat Marianne Beeler wichtige Erneuerungs- und Unterhaltsprojekte lanciert und abgewickelt. Der Kirchenrat der Römisch-Katholischen Landeskirche und die Betriebskommission danken ihr herzlich für ihren grossen Einsatz und ihre prägende Arbeit für die Propstei Wislikofen.